Versuch eines Überblicks

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Bildung 4.0, Medienkompetenz, Digitale Bildung, Informatik, ITG, Jugendmedienschutz, WLAN, Tablets, Differenzierung, Cloud Based Computing.
Begriffe, die seit Wochen, Monaten und Jahren durch die Schullandschaft geistern – sind nicht mehr nur leere Phrasen, sondern – so zumindest mein subjektiver Eindruck – werden aktuell vielerorts in die Tat umgesetzt. Es tut sich was im „Ländle“.
Wir versuchen aktiv Digitale Bildung & Medienkompetenz nun auch in Grundschulen zu tragen, nein – Grundschulen fordern dies ein!
Der Ausbau von Breitbandanschlüssen jenseits der 16/1 Mbit/s (ich weiß, das wäre für viele schon ein Traum…) wird gefordert und gefördert, engagierte, gewillte und motivierte Kollegien machen sich auf den Weg zur Medienentwicklungsplanung (MEP), erstellen ein Mediencurriculum für ihre Schule und schaffen damit Verbindlichkeiten, die im (noch) aktuellen und neuen Bildungsplan geforderten Bildungsstandards an ihrer Schule fächerintegrativ umzusetzen. Das (Wahl-)fach Informatik wird kommen -so zumindest die aktuellen Pläne hier in Baden-Württemberg.

Natürlich gibt es nach wie vor auch die Schattenseiten: historisch gewachsene, nicht mehr den Anforderungen entsprechende oder noch nicht vorhandene Netzinfrastrukturen. Veraltete Hardware, teils fehlender professioneller Vor-Ort-Support an Schulen, nicht zu motivierende Kollegen, das fehlende „Sich-Trauen“ auch mal Fehler machen zu dürfen, Angst, vermeintlich unbekanntes Terrain zu betreten, das fehlende Wissen bei Entscheidungsträgern und Kommunen um die Sondersituation Schule. Wir sind keine Rathäuser mit Verwaltungsarbeitsplätzen – wir arbeiten anders, getaktet, multimedial.

Viele der Punkte wären ganz einfach mit finanziellen Mitteln zu lösen. Die Schwierigkeit besteht darin, Gelder bereitzustellen und entsprechend zu priorisieren. Da in den letzten Jahren so manches verschlafen wurde, besteht die Herausforderung für einige Kommunen und Städte nun darin, viele Schulen in möglichst kurzer Zeit für die Digitale Bildung zu rüsten. Besonders bei baulichen Maßnahmen zur Schaffung einer kabelgebundenen Netzinfrastruktur schlägt so mancher Kämmerer die Hände überm Kopf zusammen.
Gerade wegen dieser teils großen Summen ist es wichtig, hier so schnell wie möglich in die Planung einzusteigen und gemeinsam mit den Trägern ein für alle Beteiligten tragbares Finanzierungskonzept zu erarbeiten.

Personelle und organisatorische Voraussetzungen müssen gleichermaßen erfüllt werden. Fortbildungskonzepte sollten von Schulen aufgestellt werden. Das Angebot an Fortbildungen ist da – es muss aber auch abgerufen werden. Landesmedienzentrum, Kreismedienzentren und die regionale Lehrerfortbildung mit den Landesakademien decken bereits jetzt schon den Großteil der Bedürfnisse ab. Neue Fortbildungskonzepte wie Barcamps entstehen und begeistern vielerorts.
Man darf bei der Diskussion um die Aus- und Weiterbildung allerdings nicht vergessen, dass Digitale Bildung nur ein (kleiner) Teil von Schule ist – einer Institution, die aktuell nicht nur diese eine Herausforderung zu meistern hat.

Um Digitale Bildung (mit allen Aspekten) in unsere Schulen zu bringen – von der Notwendigkeit bin ich fest überzeugt – bedarf es vieler einzelner großer und kleiner Schritte. Wie ein Kleinkind beim Erlernen der ersten Schritte auf neuem Terrain unzählige Male stolpert (zuhause sind die Zeiten weitestgehend vorbei ;-), liegen auch auf unserem Weg einige Stolpersteine, die zu umschiffen es gilt, um die Wahrscheinlichkeit von Fehlern und Enttäuschungen zu mindern.
Zu wissen, wo ich als Schule Unterstützung bei den Prozessen der Digitalisierung erhalten kann, welche ausgearbeiteten Unterstützungsmaterialien und Konzepte es gibt, ist sehr hilfreich.

Aus diesem Grund habe ich versucht, die in meinen Augen wichtigsten Punkte und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einführung Digitaler Bildung an Schulen zusammenzustellen, wohl wissend, dass dieser Überblick einer solch komplexen Thematik nicht gerecht werden kann.

Einige Punkte sind speziell für Baden-Württemberg mit seiner paedML® (eine Softwarelösung für schulische Netzwerke) ausgelegt.
Andere Punkte mögen trivial erscheinen, werden aber doch immer wieder vergessen oder übersehen.

Scheint die Mindmap auf den ersten Blick auch etwas techniklastig sollten wir nicht vergessen: die Technik ist (auch) unser Werkzeug, nicht (nur) unser Ziel.
Deshalb darf die grundlegende Frage nicht lauten Apple oder Microsoft, Linux oder Novell, iOS oder Android – sondern: welche Werkzeuge werden den individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen der Schule gerecht? Womit erreichen wir unsere gesteckten Ziele am besten oder zumindest am einfachsten?

Digitale Bildung im Schulalltag leben, die Werkzeuge dafür selbstverständlich oder gar beiläufig nutzen. Weg von Leuchtturmprojekten – hin zur Selbstverständlichkeit – für eine zeitgemäße, lebensweltnahe und vielleicht auch ein klein wenig bessere Bildung.

Noch was zum Lesen:
Ein hervorragendes Buch zum Thema „Leitmedienwechsel in der Schule“ ist „Mehr als 0 und 1“ von Beat Döbeli-Honneger @beatdoebeli, aus dem auch das in der Mindmap aufgeführte WWW stammt.
Zum Bereich Tablets kann ich besonders für Neulinge das Buch „Tablets im Unterricht – ein praktischer Leitfaden“ von Andreas Hofmann @halfman1334 empfehlen.
Ergänzungen oder Verbesserungsvorschläge gerne in den Kommentaren.

Alexander Fischer

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